„Joseph tat allenthalben Kornhäuser auf.“
1. Mose 41,56.
Die Geschichte Josephs ist höchst interessant, aber sie ist besonders nützlich für uns, insofern sie wunderbar vorbildlich von dem Herrn Jesu ist. Beachte das gütige Walten der göttlichen Vorsehung in der Erhebung Josephs zur Errettung des Hauses Israels und der ganzen Welt vom Hungertod. Dann beachte die große souveräne Gnade in der Erhöhung Christi, sein Volk selig zu machen und Gottes Heil bis an der Welt Ende zu sein.
Joseph hatte vorher die großen Kornhäuser gefüllt, und unser Text zeigt uns, wie er diese Vorräte verwendete. „Er tat die Kornhäuser auf.“ Wieviel mehr ist dies durch Jesum geschehen! O, dass wir seiner Gnade teilhaftig wären!
In diesem allen übertrifft Jesus den Joseph. In Ihm bleibt eine Fülle. Er ist uns stets nahe. Zu Ihm können wir täglich kommen. Bei Ihm findet jeder Sucher volles Genüge.
Die Ägypter gaben dem Pharao gern ihr Geld, ihr Land und ihre Personen, um ihr Leben zu erhalten. So übergeben wir uns, unsere Habe, unsere Gaben, unsere Zeit, unser alles dem Herrn. Josephs Politik erscheint hart, aber Jesu Absicht ist lauter Liebe. Unsere völlige Unterwerfung und Hingabe ist das erhabene Resultat der unendlichen Liebe.
Dies ist die einzige Hoffnung Ägyptens und aller Länder: Joseph ist erhöht. Joseph hat Autorität. Er hat die Schlüssel in seinen Händen. „Alle Lande kamen in Ägypten, zu kaufen bei Joseph“ (V. 57). Eine verloren gehende Welt hängt an dieser einen großen Tatsache, dass Joseph herrscht. Dr. Candlish.
Dr. Conyers war einige Jahre Prediger, bevor er die Kraft des Evangeliums an sich erfuhr. Als er sein griechisches Testament las, kam er zu Eph. 3,8: „Mir, dem Allergeringsten unter allen Heiligen, ist gegeben diese Gnade, zu verkündigen unter den Heiden den unausforschlichen Reichtum Christi.“ Reichtum Christi!“ sagte er zu sich selbst „Unausforschlichen Reichtum Christi!“ Was habe ich davon verkündigt? Was weiß ich davon? Unter der Einwirkung des Geistes Gottes wurde er so zu einem neuen Leben und Dienst erweckt. Sind da nicht noch mehrere, die ihrem Gewissen ähnliche Fragen vorlegen könnten?
William Bridge sagt: „In Christo Jesu ist genug für uns alle. Wenn zwei oder sechs oder zwanzig Personen durstig sind und sie wollen alle aus einer Flasche trinken, so beneidet einer den anderen, während derselbe trinkt, weil er denkt, dass für ihn nicht genug übrig bleibt; aber wenn hundert durstig sind und gehen zum Strom, dann beneiden die einen die anderen nicht, weil da genug für alle ist.“
Alle geistlichen Segnungen, damit die Gemeinde gesegnet ist, sind in und durch Christum. Der Apostel erwähnt einige der köstlichsten Eph. 1,3. Unsere Erwählung ist in Ihm geschehen (V. 4). Unsere Kindschaft haben wir durch Ihn (V. 5). Unsere Erlösung und Vergebung der Sünden - beides haben wir durch Ihn. Alle gnadenvollen Vorgänge zwischen Gott und seinem Volk sind durch Christum. Gott liebt uns in Christo; durch Christum erhört Er unsere Gebete; durch Christum vergibt Er uns alle unsere Sünden; durch Christum rechtfertigt und heiligt Er uns; durch Christum bewahrt Er uns; durch Christum macht Er uns vollkommen. Alles, was wir haben, ist von Christo; alles, was wir erwarten, hängt von Ihm ab. Er ist die goldene Angel, um die sich unsere ganze Seligkeit dreht. Ralph Robinson.
Wenn sich jemand von den Ägyptern geweigert hätte, zu Joseph zu gehen, so würde er nicht nur Joseph, sondern den König verachtet haben, und er hätte verdient, dass ihm das Korn versagt würde, welches er allein ihm geben konnte. Sind nicht die Verächter unsres großen Erlösers gleichfalls Verächter des Vaters, der seinen König eingesetzt hat auf seinen heiligen Berg Zion? Wenn Joseph die Kornhäuser aufgetan hätte, ehe die Ägypter den Druck des Hungers fühlten, so würden sie die Früchte klüglicher Sorge bald verschwendet haben. Obgleich der Hunger sehr unangenehm ist, ist er doch oft nützlicher als die Fülle des Brotes. Sie waren sehr bereit, den geforderten Preis zu zahlen, so lange sie Geld hatten. Aus welchem Grunde sind viele so unwillig, zu kommen und Wein und Milch umsonst und ohne Geld zu nehmen? Sie fühlen keinen Appetit. Sie sind sich ihres Bedürfnisses nicht bewusst. George Lawson.